Theorie und Praxis
Beim Sonnenbrennen wird mit einer Sammellinse (bikonvex oder plankonvex)
ein Bild der Sonne erzeugt, d.h. die parallel einfallenden Sonnenstrahlen
werden im Brennpunkt der Linse (Focus) gesammelt. Die Konzentration des
Infrarotanteils der Sonnenstrahlung erzeugt eine sehr hohe Temperatur von
mehr als 250 °C, wie mit einem Thermostift abgeschätzt wurde.
Bedrucktes Zeitungspapier (fettgedruckte Schlagzeile) kann z. B. leicht
entflammt werden. Holz oder auch Knochen verkohlen, d.h. es entsteht ein
schwarzer Fleck aus verkohltem Material. Die beim Brennen auftretenden
Qualmwolken riechen mehr oder weniger angenehm und werden von der Kleidung
absobiert, so daß man den "Duft" noch einige Zeit mit sich führt.
Der Durchmesser der Sonne beträgt 149,6 Millionen km ihre mittlere
Entfernung von der Erde 1,392 Millionen km. Nach dem Strahlensatz ergibt
sich dann für den Durchmesser des Brennflecks etwa ein Hundertstel
der Brennweite der Linse.
Die mittlere Strahlungsleistung der Sonne an der Erdoberfläche
von 8,12 Joule/cm²*min ist nur ein theoretischer Wert, tatsächlich
absorbiert die Athmosphäre einiges. Der Durchmesser und
die Brennweite der Linse und die Absorption in ihrem Innern beeinflussen
die Energiedichte im Brennpunkt. Ein Teil der Strahlung wird auch an der
Oberfläche reflektiert. Wolken oder sogar leichte Dunstschichten absorbieren
soviel Energie, daß die gewünschte Wirkung nicht erreicht wird,
selbst wenn die Sonne noch deutlich abgebildet wird. Optimale Brennergebnisse
erhält man deshalb in der klaren Höhenluft der Berge (z. B. über
1000 m Höhe).
Sehr gute Ergebnisse liefert eine Leselupe mit einem Durchmesser d
= 80 mm und einer Brennweite
f = 100 mm. Aber auch mit einer einfachen Einschlaglupe kann man gut
“brennen“.
Ein Teil der Strahlung im sichtbaren Bereich wird reflektiert und blendet
sehr stark. Deshalb ist das Tragen einer Sonnenbrille ratsam. Beim ungeschickten
Hantieren mit der Lupe brennt man sich schnell ein Loch in die Kleidung.